Ökumenischer Stadtkirchentag

 und „Ein Schiff wird kommen …“ 

Pfingstmontag, 05. Juni 2017 sollten Sie sich frei nehmen. Für einen bunten Gottesdienst um 10:30 Uhr am Stiftsplatz. Für prall gefüllte Stände aus Diakonie und Kirche, Caritas und Gemeinschaften auf dem Theaterplatz. Für eine ganze Palette von Workshops im Marienstift und einem Kinderprogramm für die ganze Familie rund um die Christuskirche.

Und wenn am Nachmittag ein Schiff am Floßhafen anlegen wird, kommen noch ein paar Hundert Menschen dazu, um in der Christuskirche gemeinsam mit unseren Partnern aus Costa Rica den Tag ausklingen zu lassen.

Sie fragen sich: Welches Schiff? Nun, die evangelischen Dekanate in Unterfranken haben an vier Wochenenden im Frühjahr ein großes Mainschiff gechartert, um unter dem Titel „Reformation im Fluss“ dekanatsübergreifend das Reformationsjubiläum zu feiern. Denn so wie der Main beständig fließt und Menschen an seinen Ufern geistig in Bewegung bringt, bedeutet auch Reformation, das Evangelium immer neu zu den Menschen zu bringen.Übrigens: Die Schifffahrt endet bei uns in Aschaffenburg beim Stadtkirchentag.

Reformationsjubiläum bei uns heißt: Die Ökumene ist angekommen. Wir feiern gemeinsam Christus. Reformation – welch eine Chance für alle Christen!

Aktuelle Informationen zum Programm findet man auf der Internetseite www.kirchentag-aschaffenburg.de   

Dekan Rudi Rupp

Reformationsjubiläum in Aschaffenburg

Vor Jahren schaffte er es sogar auf Platz 2 der Besten Deutschen. Der Reformator Martin Luther. Im Jahr 2017 ist sein berühmter Thesenanschlag am 31. 10. Feiertag in ganz Deutschland. Zweifellos also ein Mann, der Geschichte schrieb. 500 Jahre nach den Hammerschlägen von Wittenberg kann man freilich auch kritisch zurückfragen: Was hat eine Persönlichkeit des ausgehenden Mittelalters Menschen von heute noch zu sagen? Die Antwort fiele gewiss schwer, wenn wir eine Luther-Heldenverehrung zelebrierten. Und so geht es im Jubiläumsjahr 2017 nicht allein um den Reformator aus Wittenberg, sondern um die geistesgeschichtlichen und religiösen Aufbrüche, die mit seinem Namen verbunden sind und die bis heute unser Zusammenleben maßgeblich prägen. Ob es die Freiheit des Gewissens ist oder die Kritik an politischer Machtfülle, ob es um die Rolle der Geschlechter zueinander geht oder um die Bedeutung von Religion für das friedliche Zusammenleben: Ohne Luther und die anderen Reformatoren wie Calvin, Melanchthon oder John Wesley sähe Europa heute völlig anders aus.

Der Bedeutung der Reformation für unser Leben heute nachzuspüren, Geschichte begreifbar zu machen und die Vielfalt der Konfessionen nicht als Bedrohung sondern zuerst als ökumenische Chance anzusehen – das sind die Ziele der Veranstaltungen dieses Programmheftes.

Klicken Sie einfach auf das Heft und schauen Sie, welch abwechslungsreiches, spannendes Programm herausgekommen ist.

Ich freue mich, Sie zu den Veranstaltungen des Reformationsjubiläums herzlich einladen zu dürfen.

Rudi Rupp, Dekan

Was bleibt? Von mir?

Kreuzwort vom 22.04.2017

Ich laufe durch Frankfurt. Mal wieder Großstadtluft schnuppern. An der Fußgängerampel bleibe ich stehen. Rot. Warten. Ich schaue hier hin und dorthin und dann sehe ich den gelben Post-it-Zettel. Einfach an die Stange geklebt. Darauf, fett gedruckt: Was bleibt – wenn Du gehst?!? Habe ich richtig gelesen? Ja. Was bleibt – wenn Du gehst? Die Ampel wird grün und ich gehe, vorwärts gedrängt von den anderen Wartenden. Was bleibt? Von mir? Wenn ich mal gehe. Also, so richtig. Für immer. Wohin auch immer. Wenn ich eben sterbe. Was bleibt? Die Erinnerungen? Meine Kinder? Die Arbeitskollegen, die mich kennen? Was werden meine Nachkommen mit meinen Sachen machen? Den Wichtigen und den Unwichtigen? Alles weg? Auch das Auto? Das Haus? Die Fotos und Briefe? Was bleibt – wenn ich gehe?!? Wie muss ich leben, damit etwas bleibt?!? Ich sinniere vor mich hin, während die Autos an mir vorbeibrausen. Ich denke herum an den großen Lebensfragen. Finde Antworten, verwerfe sie wieder, denke weiter. Der gelbe Zettel mit seiner Botschaft lässt mich nicht los.

Zu Hause suche ich erst mal im Internet, was es mit dem Zettel auf sich hat: www.die-erinnerungsguerilla.org. Diese Adresse war noch unten auf dem gelben Post-it drauf. Ich lese: Eine Initiative von Leuten steckt dahinter, die mit Fragen Menschen im Alltag erreichen will, sie zum Nachdenken anstiften will. Bei mir hat das geklappt. Mich lässt diese Frage nicht los. Was bleibt – wenn Du gehst?!? Das ist auch eine religiöse Frage (auch wenn das die Leute von der Initiative gar nicht beabsichtigen…) Die Freunde von Jesus haben ihn das damals vor seinem Tod gefragt: Jesus, was bleibt, wenn Du gehst?!? „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ (Mt 28, 20) hat er geantwortet und es hat lange gedauert, bis seine Freunde verstanden haben: Er ist anders. Er geht gar nicht ganz weg, er bleibt – auch über den Tod hinaus. Das haben wir letzte Woche kräftig in unseren Kirchen gefeiert: Ostern! Was für ein Glück für uns, die wir erst mal noch bleiben.

Pfarrerin Judith Haar-Geißlinger,            
Kleinheubach

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